Auswirkungen des Gletscherschwundes auf Wasserkraftwerke

glühbirne gletscher v3

 

Die Klimaerwärmung hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Gletscher im Schweizer Alpenraum. Sie bestimmt das Schmelzwasser und die daraus resultierende Wassermenge in den Zuflüssen, was sich wiederum auf die Stromgewinnung auswirkt.  Doch wie genau? Dieser Frage versuchen wir hier auf den Grund zu gehen.

Energieproduktion von Wasserkraftwerken in der Schweiz; Daten: Bundesamt für Energie

Mit der Energiestrategie 2050 will der Bundesrat den Ausstieg aus der Kernenergie realisieren. Um dies umsetzen zu können, müssen die Energieverluste aus anderen Quellen gedeckt werden. Diese sollen grösstenteils aus Wasserkraft gewonnen werden, da in diese erneuerbare Energie schon seit Jahren investiert wurde und folglich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch gesehen die beste Alternative bietet. Allerdings hat sich die Energieproduktion aus Wasserkraft in den letzten Jahren nicht verändert. In der Grafik links ist die Energie von allen Wasserkraftwerken in der Schweiz eingezeichnet.

Funktionsweise eines Speicherkraftwerkes; Quelle: hydros.bz.it

Funktionsweise eines Speicherkraftwerkes; Quelle: hydros.bz.it

Bei einem Speicherkraftwerk wird durch die Schwerkraft Wasser durch eine Turbine geführt.Dadurch wird ein Gestänge in eine Drehbewegung versetzt, welche man zur Energiegewinnung mittels einem Generator verwendet. Auf dem Berg ist dabei ein Stausee, der Wasser zwischenspeichert, sodass man den Wasserfluss regulieren und auf die Nachfrage im Stromnetz anpassen kann.

 


auswirkungen

Zurzeit ist die Gletscherbilanz in den Schweizer Alpen mehrheitlich negativ. Das bedeutet, dass im Sommer mehr Eis schmilzt, als im Winter aufgebaut wird. Dies liegt an wärmeren Temperaturen im Winter, wodurch Niederschläge nicht mehr als Schnee, sondern als Regen niederfallen. Zudem steigt die Verdunstungsrate massiv an. Dies führt dazu, dass in vergletscherten Gebieten die Schmelzwassermenge ansteigen wird.

Die vom Klimawandel resultierende Temperaturerhöhung ist somit, sowohl für die Form des Niederschlages (Schnee oder Regen), als auch für das Ausmass des Gletscherschwundes, der beeinflussende Faktor. Man rechnet damit, dass im Jahre 2100 viele Gletscher weitgehend verschwunden oder massiv zurückgegangen sind. Doch was bedeutet das jetzt nun für die Wasserkraftnutzung?

Die Schweizer Gletscher haben die wichtige Funktion als Wasserreserve. Diese wurde hauptsächlich in früheren Jahrhunderten aufgebaut. Die Reserve ist ungefähr dem Volumen des Jahresniederschlages in der Schweiz gleichzusetzen und wandelt sich nun langsam in Schmelzwasser um. Dies bedeutet, dass man die potentielle Energie, ähnlich wie bei Stauseen, ungewollt durch die Klimaänderung freigegeben wird. Dies wiederum führt zu einer vorübergehenden Erhöhung der Fassungsmenge und dadurch auch der Stromproduktion. Jedoch ist dies nur auf Laufkraftwerke, welche das anfallende Wasser nicht speichern können und sofort in Energie umwandeln, anwendbar. Längerfristig gesehen wird es aber ins Negative wechseln und die negativen Auswirkungen der geringeren Niederschläge werden die nicht nachhaltige momentane Zufuhr von Schmelzwasser überwiegen.

Zu beachten ist aber, dass die zur Verfügung stehende Wassermengen, die mögliche Stromproduktion und der erzielte Umsatz nicht linear verbunden sind und deshalb keine allgemein gültigen Aussagen getroffen werden können. Deshalb analysieren wir die Folgen des Klimawandels auf  die Wasserkraftnutzung anhand eines Fallbeispiels.


fallbeispiel

Die Klimaerwärmung hat also einen bedeutenden Einfluss auf die noch vorhandenen Gletschermassen und damit auf die potenziell gespeicherte Energie. Durch den Anstieg des Schmelzwassers sollten mehr Wassermassen in Bewegung sein, womit in Kraftwerken wieder mehr Energie genutzt und umgewandelt werden kann. Wie sehr diese Änderung der Wasserverfügbarkeit mit der Stromproduktion zusammenhämngt wurde im Kraftwerk Oberhasli untersucht.

Situationslage Oberhasli, Quelle: swv.ch

Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Innertkirchen hinauf bis zum Finsteraarhorn und umfasst damit eine Fläche von 450 km². Davon sind 81.4 km² vergletschert, was 18% der Gesamtfläche entspricht. Laut Schätzungen wird sich diese bis 2040 auf 65.6 km² verringern, bis 2085 auf 35km².

Die Grafik zeigt die aktuelle Situation: Neun Kraftwerke mit acht Speicherseen befinden sich in unserem Einzugsgebiet. Die Speicherseen bieten gesamthaft Platz für 195 Mio m³ Wasser, was 20 % des jährlichen Gebietsniederschlags entspricht. Die auf die verschiedenen Kraftwerke verteilten 26 Turbinen produzieren eine jährliche Gesamtenergie von 2350GWh bei einer durchschnittlichen Leistung von 1150MW.

Nun könnte man davon ausgehen, dass parallel zum Gletscherschwund die Schmelzwassermenge ansteigt. Dies ist allerdings nicht unbedingt der Fall, da gleichzeitig die Gletscherfläche zurückgeht und damit der resultierende Abfluss gleich gross bleibt oder gar zurückgeht. Die Veränderungen bezüglich der Verdunstung und den Bodenwasservorkommen sind nicht signifikant : Bis im Jahre 2050 wird sich die Abflussmenge kaum verändern, allerdings wird das Wasser durch die Temperaturerhöhung rund einen Monat früher schmelzen, wodurch die Höchstrate im Juni und nicht wie bislang im Juli erreicht wird. Diese zeitliche Verschiebung wird sich für spätere Zeiträume noch mehr nach vorne verschieben.

Ein Wasserkraftwerk ist von seinen Zuflüssen abhängig. Da es sich bei unserem Fallbeispiel um ein Speicherkraftwerk handelt, kann man auf verschiedene Situationen flexibel reagieren und ist sozusagen nur indirekt abhängig von den aktuellen Zuflüssen. Es wird aber so sein, dass die Speicherbecken früher gefüllt werden, was die Zeitspanne, um Strom zu produzieren, verkleinert. Eine signifikante Veränderung der vorhandenen Energieträger wird erst gegen Ende des Abschmelzens der verschiedenen Gletscher erwartet.

Für den Betrieb am Kraftwerk bedeutet dies langfristig gesehen eine starke Verminderung der Umsätze. Durch die kleiner werdenden Abflüsse würde sich ein Ausbau des Kraftwerkes lohnen, da die Stromproduktion dadurch effizienter werden würde.

 


 

Zu Schluss haben wir hier noch ein Einblick in ein Projekt vom Nationalen Forschungsprogramm „Nachhaltige Wassernutzung“ (NFP 61) herausgesucht, in dem die Konsequenzen von Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt der Schweiz beleuchtet werden.

 


 

Quellen:

http://www.swv.ch/Dokumente/Fachartikel-SWV-28Download-Ordner29/Wasserkraft-und-Klimawandel_WEL-2-2009.pdf

http://www.hydrologie.unibe.ch/projekte/Klimaaenderung%20und%20Wasserkraft%20-%20Fallstudie%20Kraftwerke%20Oberhasli.pdf

http://www.wsl.ch/fe/gebirgshydrologie/wildbaeche/projekte/hydropower/index_DE/wildbaeche/projekte/hydropower/downloads/CC_Wasserkraft_KWO_2011.pdf

http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_208577679.pdf

http://www.hydros.bz.it/index.php?id=666


 

Falls Sie Fragen haben, können Sie uns diese über die Kommentarfunktion zukommen lassen. Wir werden Ihnen gerne weiterhelfen.

14 Gedanken zu “Auswirkungen des Gletscherschwundes auf Wasserkraftwerke

  1. Zitat: „Durch die kleiner werdenden Abflüsse würde sich ein Ausbau des Kraftwerkes lohnen, da die Stromproduktion dadurch effizienter werden würde.“
    Was für Hindernisse/Probleme/Konflikte (z.B. wirtschaftliche, ökologische, ökonomische) gibt es hinsichtlich eines Ausbaus der Wasserkraftwerke in der Schweiz?

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    • Wie ihr richtig erkannt habt, hat ein Ausbau eines Kraftwerkes einige Hindernisse zu überwinden. Die Förderer von Wasserkraft stehen hier in Konflikt mit den verschiedensten Interessengruppen.

      Ökologische Hinderungsfaktoren:
      Die saubere Wasserkraftnutzung hat zwar keine negative Umweltauswirkungen bezüglich CO2-Emissionen, jedoch in den Bereichen Restwasser, Schwall/Sunk, Fischgängigkeit und Geschiebe.
      Vorschriften zum Schutze dieser Bereiche verhindern oftmals die Elektrizitätsproduktionsmöglichkeiten oder führen, aufgrund nicht gesetzlich klar definierter Regelungen, zu langwierigen Gerichtsverfahren. Anlässlich der schwierigen Interessenabwägung resultiert dies zudem in ebenso aufwändigen Bewilligungsverfahren.

      Wirtschaftliche Hinderungsfaktoren:
      Abgaben, Gebühren und Realleistungen und der grosse administrativer Aufwand bedeuten hohe Kosten. Wie bereits in der Frage „Warum die Steigerung der Stromproduktion aus Wasserkraft so gering ausfällt?“ erläutert, sind vor allem in der jetzigen Situation mit dem verzerrten Strompreis aus der EU Wasserkraftwerke kaum rentabel und mit einem hohen Risiko verbunden. Die hohen Anfangsinvestitionen sind somit selbst mit den Subventionen aufgrund der unsicheren Erlösperspektiven insbesondere hinderlich.

      Doch es beschränkt sich nicht nur auf ökologische und ökonomische Hinderungsfaktoren, es kommen raumplanerische und gesellschaftliche Hinderungsfaktoren hinzu. So stellen Hochwasserschutz, Fischerei, Tourismus, Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung alle ebenfalls Ansprüche an die Gewässernutzung. Ebenso vertreten sind Interessen wie Landschafts-, Natur-, Denkmal, und Heimatschutz. All jene stehen gewissermassen im Konflikt mit Wasserkraftwerken. Schutz- und Nutzungsinteressen verhindern transparente und faktenbasierte Debatten und als Folge distanziert sich die Gesellschaft wie auch teils die Politik von Wasserkraftwerken.

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      Quellen:
      BFE – Wasserkraftpotenzial der Schweiz [PDF]
      BFE – Strategie Wasserkraftnutzung Schweiz [PDF]
      Bulletin-Online – Wirtschaftliche Risiken beim Ausbau der Wasserkraft

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    • Potenziell gute Standorte für neue Kraftwerke – oder auch den Ausbau bereits vorhandenen Kraftwerken – sind vom rein hydroelektrischen Potential betrachtet reichlich vorhanden. Hier muss jedoch berücksichtigt werden, dass nach Ermitteln und Einbezug der ökologischen und sozioökonomischen Einflussfaktoren sich die Anzahl Standorte stark dezimiert. Die Hemmnisse für den Ausbau der Wasserkraft in der Schweiz sind drastisch. Das Ermitteln der Standorte einschliesslich solcher Einschränkungen wurden durch vom Bund, angesichts der Energiestrategie 2050, lancierte Studien realisiert. Die folgenden Projekte sind hierbei von Relevanz:
      Standorte
      Doch bei den oben aufgelisteten möglichen zukünftigen neuen Standorten ist die Umsetzungswahrscheinlichkeit schockierend klein. Die letzten 10 Prozent des auszunutzenden Potenzials, das für die Wasserkraftnutzung vorhanden ist, gestaltet sich somit als besonders schwierig.

      Es ist jedoch nicht so, dass keinerlei Fortschritte in der Ausdehnung der Wasserkraft gemacht werden. Momentan findet so zum Beispiel der Ausbau drei grösserer Pumpenspeicherkraftwerke statt:

      Projekt Linthal 2015
      Hierbei handelt es sich um den Ausbau des bereits vorhandenen Kraftwerks Linth-Limmern im Kanton Glarus. Das neue Werk kann sich mit seinen 1480 MW gar mit dem Kernkraftwerk Leibstadt messen.
      Projekt Nant de Drance
      Das unterirdisch zwischen zwei Stauseen liegende Pumpenspeicherkraftwerk Nant de Drance im Wallis wird mit sich einer Leistung von 900 MW etappenweise ab 2018 in Betrieb genommen.
      Projekt FMHL+
      Beim Letzen, ebenfalls um einen Ausbau handelnden, Projekt FMHL+ in werden zwei neue Maschinengruppen in Veytaux, Wallis platziert. Mit der erwünschten Inbetriebnahme Ende 2015 wird die Leistung von 240MW auf 480MW erhöht.

      ——————————————————————————————————————————
      Quellen:
      Alpiq – FMHL+
      Alpiq – Nant de Drance
      BG 21 – Projekt Nant de Drance [PDF]
      Axpo – Linthal 2015
      SWV – Referat Rolle der Wasserkraft in der Energiestrategie 2050 [PDF]
      BFE – Wasserkraftpotenzial der Schweiz [PDF]

      Bei Interesse nebenbei hier die komplexe, aber sehr wohl interessante Methodik zur Erhebung des Kleinkraftwasserkraftpotential zur Bestimmung der potentiellen Standorte:
      Erhebung des Kleinwasserkraftpotentials der Schweiz [PDF]

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    • Diese nur sehr geringe Leistungssteigerung ist vor allem folgenden zwei Gegebenheiten zuzuschreiben. Einerseits ist dies auf die vielen, beim Ausbau der Wasserkraftwerke, auftretende Hemmnissen und andererseits auf die tiefen Strompreise, die die Schweizer Grosswasserkraft ohne hohe Subventionen nicht mehr rentabel machen, zurückzuführen.

      Der erste Punkt wurde bereits bei der Frage nach potentiellen Standorten für Wasserkraftwerke angestreift. Konkret handelt es sich bei den Hinderungsgründen oftmals um ökologische Anliegen, die dem Ausbau der Wasserkraft Schranken setzten. Die Ansprüche an die Gewässer sind in der dicht besiedelten Schweiz vielfältig, hierbei stehen die Interessen des Landschaft- und Hochwasserschutzes, des Tourismus, der Fischerei und der Trinkwasserversorgung im Kontrast mit jenen der Nutzung der Gewässer für eine saubere Stromproduktion. Es gilt nun diesbezüglich faire Verordnungen zu lancieren, die die Ansprüche der verschiedenen Interessengruppen regeln.

      Der zweite problematische Punkt, wirtschaftlichen Ursprungs, ist wiederum ebenso schwer zu bewältigen. Aufgrund der schwachen Konjunktur und der Einspeisung subventionierten Stromes seitens der EU sind die internationale Preise für Strom stark verzerrt und dadurch künstlich tief. Dies wird währungsbedingt mit dem starken Schweizer Franken zudem nur noch verstärkt.
      Die ohnehin schon aufgrund der Wasserzinsen, die in mehreren Kantonen erhoben wurden, wirtschaftlich nicht besonders starken Wasserkraftwerke können sich so kaum über Wasser halten. Um dies zu kompensieren beschloss der Nationalrat die Subventionen zu erhöhen um die heimische Produktion zu fördern.

      Es liegt nun in der Hand der Gesetzgebung nachhaltige Massnahmen zu ergreifen, sofern an der Energiestrategie 2050 zumindest bezüglich der Wasserkraft festgehalten werden soll, ohne dass weitere Subventionserhöhungen getätigt werden müssen.

      Jedoch ist trotzdem, unabhängig von den eben erläuterten Problemstellungen, zu beachten, dass auch trotz hohen Investitionen, keine sehr beachtliche Steigerung der Wasserkraft geplant und auch nicht zu erwarten ist. Von 36‘031 Gigawattstunden heute bis 38‘600 Gigawattstunden im Jahr 2050 bedeutet eine Steigerung von ziemlich genau 0.2 Prozent jährlich.

      ——————————————————————————————————————–
      Quellen:
      BFE – Wasserkraft
      BFE – Rentabilität der bestehnden Wasserkraft [PDF]
      NZZ – Neue Wasserkraft-Abgabe für Stromkunden stösst auf Kritik
      NZZ – Die Schweizer Grosswasserkraft ist akut bedroht

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  2. Ein Pumpspeicherkraftwerk kann Wasser wieder in den Stausee hinaufpumpen. Würde sich mit abnehmendem Wassernachschub ein solches Wasserkraftwerk lohnen?

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    • Die Frage, ob sich ein Kraftwerk lohnt, muss immer im Vergleich mit einem anderen Kraftwerk stehen. Die, in unserem Szenario verwendbaren, Wasserkraftwerke lassen sich vereinfacht in zwei gundsätzliche Typen einteilen. Zum Einen gibt es die Laufwasser- und Gletscherkraftwerke, welche das herabfliessende Wasser kontinuierlich zur Energiegewinnung nutzen, und zum Anderen gibt es (Pump-)Speicherkraftwerke, die das Wasser aufstauen und bei Bedarf daraus Energie gewinnen können. Bei der Rentabilität lassen sich diese beiden Kraftwerktypen nicht ohne Weiteres einander vorziehen, da bei jedem einzelnen Kraftwerk die ökonomischen Erträge von viele Faktoren aus diversen Bereichen abhängen.
      Wenn man nun aber, wie in Ihrer Frage angedeutet, von markant abnehmenden Wassermassen spricht, ist, auf längere Zeit gesehen, ein Pumpspeicherkraftwerk jedoch lukrativer. Bei einer kleinen Wassermenge ist der Marktwert der aus der Wasserkraft gewonnenen Energie im Verhältnis zum Instandhaltungsaufwand zu klein, weshalb ein reines Laufwasserkraftwerk keine Gewinne abwerfen würde. Durch ein Pumpspeicherkraftwerk jedoch kann man auch elektrischen Strom in Form der potenziellen Lageenergie von Wasser speichern, wodurch zusätzliche finanzielle Einnahmen generiert werden können kann. Somit ist ein solches Pumpspeicherkraftwerk bei kleinen Wassermengen rentabler als ein reines Laufwasser- oder Gletscherkraftwerk.
      Jedoch sind die Voraussetzungen für ein Pumpspeicherkraftwerk immens höher, da zum Beispiel ein Stausee und ein grosser Höhenunterschied vorhanden sein muss. Auch ist der finanzielle Aufwand, um ein solches Kraftwerk zu realisieren, um ein Vielfaches grösser.

      Somit lässt sich keine endgültige Antwort auf Ihre Frage finden, da bei jedem einzelnen hydrologischen Energiegewinnungsprojekt viele verschiedene Faktoren die ökologische Rentabilität bestimmen und somit über die Art des schlussendlich verwendeten Kraftwerktypus entscheiden.

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  3. Wenn die Gletscher einmal erschöpft sein werden, werden die bestehenden Speicherkraftwerke (z.B. in Oberhasli) gegebenenfalls in Pumpspeicherkraftwerke umgebaut, um zu versuchen, den Verlust auszugleichen.
    Aber wie nachhaltig kann denn ein Pumpspeicherkraftwerk sein, wenn es doch Energie braucht (Wasser hochpumpen) um Energie (Strom) herzustellen, nur um dann von der gewonnenen Energie wieder einen Anteil in das Wasserpumpen investieren zu müssen?
    Wird der Schwund der Gletscher also zum Beispiel die Energiegewinnung durch Atomkraftwerke nur wieder attraktiver machen?

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    • Aufgrund des Ernergieerhaltungssatzes ist es generell unmöglich Energie zu „produzieren“. Dies kann deshalb auch gar nicht das Ziel von Pumpspeicherkraftwerken sein. Der primäre Zweck von diesen liegt in der effektiven Speicherung von Energie. Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, ist es mit heutigen Mitteln noch fast nicht möglich Energie effizient zu speichern. Man kann dies nur zum einen mit Hilfe von Elektrolyse von reinem Wasser und Brennstoffzellen bewerkstelligen, wobei allerdings das Risiko der Lagerung sehr hoch ist, und zum anderen durch die in unserem Artikel genannte Lösung durch Pumpspeicherkraftwerke.
      Deshalb ist die Nutzung eines Pumpspeicherkraftwerkes ein guter Schritt zu einer nachhaltigeren Energiepolitik, da man solche Energie, die zum Beispiel aus Sonnen- und Windkraftwerken gewonnen wurde, speichern und zu Zeiten nutzen kann, an denen diese nicht direkt verfügbar ist. Deshalb kann man gerade durch solche Kraftwerke den Atomausstieg bewältigen, da die Gewinnung und die Nutzung nicht gleichzeitig geschehen müssen und man somit Schwankungen im Stromnetz ökologisch und ökonomisch ausgleichen kann. Man nutzt dafür den „Ökostrom“ um Wasser un den Stausee auf dem Berg zu pumpen. Wenn man diese Energie wieder benötigt, kann man das Wasser wieder ins Tal fliessen zu lassen und dort dann wieder in Strom erzeugen. Deshalb sind Ihre Befürchtungen von einer wachsenden Attraktivität er Atomkraftwerke (zum Glück) unbegründet.

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  4. Würden sich Geldinvestitionen in Wasserkraftwerke überhaupt lohnen in solchen Gebieten, da man mit der Zeit abhängig vom Niederschlag ist. Somit hat man keine konstante Wasserquelle mehr.

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    • Die Niederschlagsmenge ist in der Schweiz auf einem gleichmässig hohem Niveau und wird in der Zukunft sogar noch leicht ansteigen. Dies eine hat Klimastudie der ETH Zürich in zusammenarbeit mit MeteoSchweiz herausgearbeitet. Niederschlagsprognose 2050 Somit kann man den Niederschlag als konstante Wasserquelle bezeichnen, weshalb auch nichts gegen eine Investition in Wasserkraftwerke spricht. Durch den Klimawandel wird sogar noch mehr Niederschlag fallen, weshalb sich das Potienzial der Wasserenergie erst in der Zukunft richtig entfalten wird und somit bei einer getätigten Investition gewinne abwerfen. Deshalb können wir Ihnen aus rein klimatologischer Sicht zu einer solchen Investition raten.
      Wenn Du noch mehr über die Klimaentwicklung der Schweiz erfahren willst, empfehle ich die den dazugehörigen Bericht von MeteoSchweiz

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  5. Speicherkraftwerke machen ca. 48% der Energie, die durch Wasserkraftwerke produziert wird, aus. In Konkurrenz dazu stehen die Laufwasserkraftwerke, die fast gleichauf mit den Speicherkraftwerken sind. Macht es nicht mehr Sinn in den Bau von Laufwasserkraftwerken zu investieren, da diese ganzjährig Strom produzieren können und Gletscherwasser den Flüssen sowieso zufliesst? Durch den Bau von weiteren Laufwasserkraftwerken könnte mehr Strom umgesetzt werden, wobei auch der Faktor Schmelzwasser in der Stromproduktion berücksichtigt wird.

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    • Auf beide Arten von Wasserkraftwerken sind wir angewiesen, da jede etwa eine Hälfte der gesamten Stromproduktion aus Wasserkraft ausmacht. Die Aspekte der beiden sind jedoch grundlegend verschieden:

      Ein Laufkraftwerk kann die Bandenergie des Fliesswassers rund um die Uhr nutzen und
      generiert somit die benötigte Grundversorgung aus der Wasserkraft. Von diesem Basisstrom, der aus dieser permanenten Stromproduktion geliefert wird, sind wir abhängig.
      Bei einem Speicherkraftwerk kann man, wie man es schon dem Namen entnehmen kann, die Energie speichern, um sie dann in Strom umwandeln zu können, wenn man darauf angewiesen ist. Sie sind sozusagen die Notspeicher für Zeiten, in denen eine andere Energiequelle den benötigten Strom nicht generieren kann, beispielsweise umweltabhängige Energien wie die Wind- oder Solarenergie.

      Die Energiewende basiert auf der Idee, dass unsere Gesellschaft grundsätzlich weniger Energie verbraucht, was ein Umdenken der Konsumenten fordert. Mit dem vom Bundesrat beschlossenen Atomausstieg muss in erneuerbare Energien investiert werden, welche alle von Umwelteinflüssen abhängig sind. Um dieser Abhängigkeit in Notfällen gewappnet zu sein, muss man möglichst schnell Strom erzeugen können, um die drohenden Defizite so gering wie möglich zu halten. Solche Situationen wird es in Zukunft definitiv geben, womit das Zurückgreifen auf Energiereserven immer wichtiger werden wird.

      Um nun auf Ihre Frage zurückzukommen, ob es mehr Sinn macht in Laufkraftwerke zu investieren: Die Wasserkraft wird generell ausgebaut. Die Bandenergie aus Laufkraftwerken ist wichtig, sowie die potentielle Energie in Speicherkraftwerken. Beide werden in Zukunft immer wichtiger und somit wird der Bund auch beide ausbauen. Der Faktor vom zufliessenden Schmelzwasser ist zudem in Laufkraftwerken nicht von signifikanter Bedeutung. Massive Regenfälle haben da schon einen grösseren Einfluss.

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